Von einem Rasenplatz im Markt Bad Goisern
Wird sorgsam Stück für Stück
Das Gras entfernt. Ein Haufen Erde aufgetürmt am Rand.
Zwei Pflöcke eingeschlagen um das Grab zu stützen.
Die Blasmusik spielt „Alte Kameraden“.
Und dann und wann ein weißer Pudertanz.
Nun treten vor die Lederhosenmänner
Ein jeglicher Kondome in den Händen.
Genoppt in allen Farben bis zu Schwarz
Auch Hahnenschwänze an den Spitzen.
Sie schwingen hin und schwingen her
Im weiten Bogen landen sie im Loch.
Ein Tusch vom Blech spielt fröhlich, laut und frech.
Und dann und wann ein weißer Pudertanz.
Die jungen Damen in den Dirndlkleidern
Die werfen rosa Dildos in die Tiefe.
Dazu noch batterienlose Vibratoren,
denn ohne Antrieb fehlt der Lustgewinn.
Vielfach benutzte Liebesartifakte,
auch Bücher mit Erotiktexten,
ein Kamasutra, ein Decamerone,
die Mutzenbacherin, der Pornofilm,
die Kronenzeitung ohne Seite neun,
Playboy, Praline, Fifty Shades of Grey
In tausend Jahren sollen sie dann zeugen,
von Goiserns Lust und Liebesleben.
Die Bläser spielen Jagdhorn und Fanfaren
Und dann und wann ein weißer Pudertanz.
Der Tanz ums Loch wird immer toller.
Der Jungfernbund zeigt sich in Lack und Leder
Die Knappen schnalzen mit den Goasln
Am Ende landen auch neunschwänzige Peitschen
Und Keuschheitsgürtel in der Grube.
Die Totengräber tragen ab den Hügel
Und werfen schaufelweise Erde in die Tiefe.
Die Zeitkapsel ist fest verschlossen
Für 1000 Jahre, was das Liebesspiel befruchtet.
Noch eine Zeitlang spielt die Blaskapelle:
Du Rosamunde, schenk mir dein Herz und sag Ja.
Und dann und wann ein weißer Pudertanz.
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Granitpilgern
Ich werfe meine Worte ins Laub
begrabe meine Stimme
horche in die Stille
ewiger Granit tilgt
jeden Gedanken an Zeit.
Ich blättere nicht im Buch
lese im Bewuchs des Waldes
ruhe auf rostigem Heidekraut
schweige mit der Natur
und verliere jede Angst.
Lange vor dem Tag
verließ ich mein Bett
setzte tausend Schritte
und stellte tausend Fragen
als Pilgergebet.
(Sept. 2021, I.Bachl)